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Mittwoch, September 01, 2010

China seltsam #186: Es lebe der Superstau

Seit dem 14. August geht gar nichts mehr auf der Schnellstraße zwischen Huai'an (Hebei) und Jining (innere Mongolei): Auf einer Strecke von rund 100 Kilometern stauen sich China National Radio zufolge bis zu 10.000 Fahrzeuge. Und ein Ende ist nicht abzusehen: Bauarbeiten und zahlreiche LKW werden wohl auch noch bis weit in den September hinein dafür sorgen, dass die Strecke nicht frei befahrbar ist.
Auch danach wird es auf dieser Strecke wohl immer wieder zu Problemen kommen. Zum einen reicht die Kapazität für das immer weiter steigende Verkehrsaufkommen bei Weitem nicht aus, zum anderen sorgen die vielen LKW für Belastungen und Abnutzungserscheinungen, die beim Bau der Straße nicht berücksichtigt worden sind.

Während die Nutzer der Autobahn fluchen, freuen sich die Bewohner der umliegenden Dörfer über das Geschäft ihres Lebens. Die nämlich fahren oder laufen zum Stau und versorgen die genervten Autofahrer mit Getränken und Fertiggerichten - zu gesalzenen Preisen, versteht sich. Ein Glas Wasser kostet da schnell mal zwei Yuan, eine Schale Instantnudeln statt drei gleich mal 10-15 Yuan. Auch (natürlich unlizensierte) Werkstätten bieten auf Pappschildern ihre Dienste an - und haben mit kleineren und größeren Reparaturen gut zu tun. Und das wohl auch noch mindestens einen Monat lang - bis sich der Super-Stau auflöst...

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3 Comments:

Anonymous Andi said...

Deine Geschichten über China sind immer hochinteressant... eigentlich wollte ich da nie hin, aber nach deinen Erzählungen überlege ich es mir noch mal.

Ich müßte dann bloß noch im Lotto gewinnen... :D

5:37 nachm.

 
Anonymous Anonym said...

Ob es "den" Mega-Stau überhaupt gab, ist noch nicht einmal sicher. Es scheint nicht eine seriöse Erst-Quelle zu geben, welche die Information bestätigen konnte. Wahrscheinlicher ist, dass es viele kleine Staus gab. Mehr als 140km Stau in einer Region wie dem Ruhrgebiet ist Montag morgens, insbesondere nach den Ferien, aber völlig normal. :)

Hier der skeptische Blog-Eintrag von Tagesschau.de:

http://blog.tagesschau.de/?p=8145

3:08 nachm.

 
Blogger zehpunkt said...

Na ja, ich hab es ja schon relativiert und darauf hingewiesen, dass ein bestimmter Streckenabschnitt nicht frei befahrbar ist und dass dieser Zustand wohl noch eine ganze Weile anhalten wird - ich hab nirgendwo im Text behauptet, es wäre ein einziger großer Stau :) Mal abgesehen davon geht es in erster Linie gar nicht um den Stau als solchen sondern um die Findigkeit der Leute, die an der Strecke leben ;) Trotzdem danke für den Hinweis - und den Pott-Vergleich ;)

@Andi: Interessant ist es in jedem Fall, überraschend auch immer wieder, besonders wenn man ohne Guide abseits der ausgetretenen Touripfade wandelt... Ja, das geht auch ohne großartige Chinesisch-Kenntnisse, ich hab's probiert :) Und sooo schlimm teuer ist's (von Deutschland aus) gar nicht, wenn man auf Flugspecials schielt und nicht unbedingt zu den wichtigsten Feiertagen anreist (Neujahrsfest und Nationalfeiertag)... Einen (vergleichsweise teuren) Guide brauchst Du bei einer Städte-Tour nicht unbedingt, im Zweifelsfall bringt Dich ein Taxi für wenig Geld immer wieder zurück zum Hotel :)

3:33 nachm.

 

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